Permafrost Beobachtung

Langzeit Beobachtung

Permafrost ist dauerhaft gefrorener Untergrund, dessen thermischen, hydrologischen und mechanischen Eigenschaften von den klimatischen Bedingungen beeinflusst werden. Das Permafrost Monitoring, also die langfristige Beobachtung dieser Eigenschaften, ist wichtig, um die Auswirkung der Klimaänderung auf den Permafrost und daraus resultierende Gefahren und Herausforderungen abzuschätzen.

Eine langzeit-stabile und verlässliche wissenschaftliche Datenerhebung stellt besondere Anforderungen an Messanordnung und Messtechnologie. Dies insbesondere, da sie typischerweise an exponierten Orten ohne bestehende Infrastruktur betrieben wird. Wir betreiben Messanlagen (zusammen mit Alpug GmbH und Waljag GmbH) im Auftrag der in PERMOS beteiligten Forschungsinstitutionen.

 

Bohrlochmessungen

Messungen in Bohrlöchern von über 10 m Tiefe sind die einzigen direkten, langfristigen Messungen im alpinen Permafrost. Dabei werden typischerweise Temperaturen und teilweise Deformationen in diversen Tiefen gemessen. Im letzten Jahrzehnt haben sich die Thermistorenketten von Waljag GmbH in der alpinen Permafrostforschung als Standard etabliert. Nebenstehendes Beispiel zeigt ein Tiefenprofil der Permafrosttemperaturen im Bohrloch auf dem Blockgletscher Murtèl im Skigebiet Corvatsch, das 2015 installiert wurde.

Beispiel Station

Unsere Permafrost-Messstationen sind vollständig autonom und übermitteln die Messdaten in beinahe-Echtzeit an unseren Abfrageserver. Neben den Bohrlochtemperaturmessungen werden auch Klimadaten zur Bestimmung der Energiebilanz an der Oberfläche erhoben: dies sind typischerweise Wind, Lufttemperatur (ventiliert), Strahlungsbilanz, Luftfeuchtigkeit sowie Schneehöhe. Optional können weitere meteorologische Parameter ergänzt werden.